Neue Behandlungsmöglichkeiten bei entzündlichem Rheumatismus

Die Behandlung von entzündlichen Gelenkserkrankungen, welche zu einer Zerstörung der befallenen Gelenke führen können, erfolgt zunächst mit entzündungshemmenden Medikamenten oder durch Kortisoninjektionen. Bei anhaltenden Beschwerden empfiehlt die europäische Rheumaliga (EULAR) eine Basistherapie mit Methotrexat oder einem anderen krankheitsmodifizierenden Antirheumatikum (DMARD). Bei weiterem Fortschreiten der Erkrankung ist eine Therapie mit einem Biologikum angezeigt. Biologika sind moderne Medikamente, die mit Beginn der 2000er Jahre eingeführt wurden und durch Hemmung körpereigener Proteine (Zytokine) auf unterschiedlichste Weise gezielt in die Entzündungsreaktion eingreifen.

Mit der Substanzgruppe der sogenannten small molecules oder Januskinase-Inhibitoren steht seit relativ kurzer Zeit eine neue Option in der Therapie zur Verfügung. Das Wirkkonzept eines zentralen Angriffspunktes ermöglicht die Hemmung gleich mehrerer Zytokine der Entzündungsreaktion, wodurch die small molecules mindestens so wirksam sind wie die Biologika. Auch der prinzipielle Vorteil der oralen Einnahme, also das diese Medikamente in Tablettenform geschluckt werden können und nicht gespritzt werden müssen, ist nicht zu vernachlässigen, da damit der Alltag der Betroffenen erleichtert und deren Lebensqualität verbessert werden kann.


Dr. Harald Leiss

Facharzt für Innere Medizin & Rheumatologie
Schmerztherapie